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  • AutorenbildMichael Handschuh

Mechanismen der Resilienz bei widrigen Umwelteinflüssen.

ERA-NET NEURON

"Förderung von multinationaler und transnationaler Forschungen im Rahmen des ERA-NET-Neuron - zu Mechanismen der Resilienz und Vulnerabilität gegenüber umweltbedingten Stressoren im Bereich der psychischen Gesundheit." Alles klar? jeder zweite Mensch leidet im Laufe seines Lebens an einer psychischen Erkrankung. In Folge globaler und regionaler Krisen, könnte sich die Zahl der Betroffenen in den nächsten Jahren ausweiten. Die Fördermaßnahme will dem Ziel eines vorsorgenden, krisenfesten Gesundheitssystems folgend, die Chancen biotechnologischer und medizinischer Verfahren verbessern. Das Rahmenprogramm Gesundheitsforschung der Bundesregierung soll damit unterstützt werden. Maßgebend dafür, ist die Ursachenforschung von Volkskrankheiten, sowie die Entwicklungen von innovativen Präventions- und Therapiemodellen. Das Förderprogramm richtet sich an klinisch, experimentell orientierte Arbeitsgruppen aus universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, die in internationalen Verbünden zusammenarbeiten.


Die Projekte sollen zum Verständnis von neurobiologischen Mechanismen beitragen. Wie kann eine Resilienz oder Vulnerabilität, gegenüber widrigen Umwelteinflüssen, im Bereich der psychischen Gesundheit aussehen? Gefragt ist ein Behandlungsrepertoire erfolgversprechender therapeutischer Ansätze bei psychischen Krankheiten. Die Möglichkeiten einer umfassenden Diagnose wollen präzisiert und vor allem die Präventionsansätze verbessert werden.


Demzufolge wird eine begrenzte Anzahl multinationaler Forschungsprojekte gefördert. Leider ist noch nicht bekannt, wie traumatische und/oder belastende Ereignisse und ungünstige Umweltbedingungen neurobiologisch verankert sind. Ebenso ist fraglich, ob diese die Anfälligkeit für psychische Störungen erhöhen. Bisherige Hypothesen deuten auf genetische und epigenetische Risikofaktoren hin. Außerdem stehen endokrine und Immunreaktionen als mögliche Mechanismen im Verdacht. Nicht verstanden wird derzeit, wie sich biologische, soziale, kulturelle, psychologische Faktoren und/oder ökologische Einflüsse in neurophysiologischen Mechanismen manifestieren. Die individuelle Resilienz wird kaum durchschaut.


Nun werden präklinische und klinische Forschungsansätze gefördert, die sich mit den neurologischen Mechanismen - gegenüber psychischen Störungen befassen. Die Förderrichtlinie lässt ein breites Spektrum an Aspekten zu. Die Projekte können Forschungsansätze bis hin zu klinischen Studien (bis zu Phase 2, "proof-of-concept") umfassen. Für klinische Studien unterscheiden sich die Fördervoraussetzungen der verschiedenen Förderorganisationen (Nr. 1 Förderrichtlinie). Insbesondere sind transnationale Forschungsansätze gefragt, bei denen Grundlagenforschung mit klinischen und/oder technologischen Fragestellungen erörtert werden. Von den Forschungsverbünden wird erwartet, dass sie neuartige und ehrgeizige Ziele entwickeln, die nur durch eine Einbindung aller relevanten Expertisen erreicht werden können.


Die Vorhaben sollen mindestens eines der folgenden Forschungsgebiete abdecken.
  • Grundlagenorientierte Forschungsansätze zu Ätiologie, Pathogenese, Krankheitsverlauf, Therapie und Prävention von psychischen Erkrankungen, die durch die Exposition, gegenüber widrigen Umweltbedingungen ausgelöst werden. Dazu kann auch die Nutzung von Kenntnissen über neurobiologische Mechanismen für die Entwicklung innovativer Technologien gehören. Diese sollten das Potential haben, die psychische Gesundheit zu fördern, die Häufigkeit psychischer Störungen zu verringern und die klinischen Ergebnisse zu verbessern.

  • Klinische Forschungsansätze zur Entwicklung neuer Verfahren und Strategien für Prävention (inklusive sekundärer Prävention), Diagnose, Patientenstratifikation, Therapie und/ oder Rehabilitation bei psychischen Erkrankungen, die durch die Exposition gegenüber widrigen Umweltbedingungen ausgelöst werden. Dazu zählen auch Forschungsansätze, die darauf abzielen, neurobiologische Ansatzpunkte zur Stärkung der Resilienz zu ermitteln.


Der Nutzen der zu erwartenden Ergebnisse für psychische Erkrankungen des Menschen muss klar dargelegt werden.


Antragsberechtigt sind staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft. Eine Betriebsstätte bzw. Niederlassung zum Zeitpunkt einer möglichen Auszahlung in Deutschland wird verlangt.


Art, Umfang und Höhe der Zuwendung. Die Zuwendungen werden im Rahmen einer Projektförderung als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt. Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen. sowie vergleichbare Institutionen, die nicht in den Bereich der wirtschaftlichen Tätigkeit fallen, sind die zuwendungsfähigen Ausgaben, die unter Berücksichtigung der beihilferechtlichen Vorgaben individuell bis zu 100 % gefördert werden können. Bei nichtwirtschaftlichen Forschungsvorhaben wird zusätzlich zu den zuwendungsfähigen Ausgaben eine Projektpauschale in Höhe von 20 % gewährt.


Bei Zuwendungen an die gewerblichen Wirtschaft und Forschungseinrichtungen, die im Bereich der wirtschaftlichen Tätigkeit arbeiten, sind die Projektkosten die Bemessungsgrundlage für einen Zuschuss. Diese können nach den beihilferechtlichen Regelungen anteilig finanziert werden. Eine angemessene Eigenbeteiligung wird erwartet. Verbundprojekte werden in der Regel drei Jahre gefördert.


Antragsverfahren. Das Förderverfahren ist dreistufig angelegt. Da die Einreichungsfrist vor der Veröffentlichung der Richtlinien endete, ist es bei Interesse dringend geboten mit dem Projektträger (DLR Projektträger - Bereich Gesundheit, 53227 Bonn) Kontakt zu treten.

 

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung, Richtlinie zur Förderung von multinationaler Forschung im Rahmen des ERA-NET NEURON zu Mechanismen der Resilienz un Vulnerabilität gegenüber umweltbedingten Stressoren im Bereich der psychischen Gesundheit, BAnz AT 16.03.2023 B4.



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