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  • AutorenbildMichael Handschuh

Zukunft der Wertschöpfung - Forschung zu Produktion, Dienstleistung und Arbeit

Förderung von Projekten zum Thema Dynamiken digital vernetzter Wertschöpfungssysteme (DynaVer).


Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert wissenschaftliche Arbeiten, verschiedener Fachrichtungen deren Fokus auf explorativ analytischen Dynamiken in digital vernetzten Wertschöpfungsketten liegt. In den Projekten sollen Impulse erarbeitet werden, die zum Erreichen der Förderziele beitragen. Als förderfähig gelten Projekte aus den Ingenieur-, Informations- und Kommunikationwissenschaften und den Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Andere Disziplinen können gem. Richtlinie berücksichtigt werden, sofern sie ihren wissenschaftlichen Beitrag überzeugend darstellen können.

Ziel der Zukunftsstrategie Forschung und Innovation sowie des Forschungsprogramms "Zukunft der Wertschöpfung - Forschung zu Produktion, Dienstleistung und Arbeit" der Bundesregierung ist die Stärkung wissenschaftlich-analytischer Einzelvorhaben zur Stärkung der Wertschöpfung in Deutschland. Die Wissenschaft und Unternehmen sollen in die Lage versetzt werden besser aktuelle Fragestellungen der digital vernetzten Wertschöpfung mit unterschiedlichen disziplinären Herangehensweisen zu beleuchten.


Die Projektanträge sollen aus disziplinärer Perspektive mindestens einen der beiden nachfolgend dargestellten Forschungsschwerpunkte untersuchen:


(1) Dynamiken des Wertschöpfungssystems

In diesem Forschungsschwerpunkt sollen Einblicke aufgezeigt werden, wie sich digital vernetzte Wertschöpfung der Zukunft auf einer aggregierten Ebene gestaltet und dabei etablierte Formen der Zusammenarbeit und deren Kooperationsbedingungen verändert. Es stehen Fragen im Vordergrund nach den Rollen und Funktionen industrieller digitaler Plattformen im Wertschöpfungssystem, nach dem Zusammenspiel und den Beziehungen von Plattformen mit unterschiedlichen Organisationslogiken untereinander und zu weiteren Elementen des Wertschöpfungssystems sowie den Dynamiken, die neue Kooperationen im Wertschöpfungssystem auslösen. Mögliche Forschungsperspektiven des Schwerpunkts können sich beziehen auf:

  • Interoperabilität unterschiedlicher Plattformen sowie deren Integration zu neuartigen Wertschöpfungssystemen.

  • Bedeutung (und mögliche Rollen) industrieller Plattformen im Kontext sektorspezifischer, regionaler, nationaler oder grenzüberschreitender Wertschöpfungssysteme.

  • Plattform als zentraler Ort der Digitalisierung und Datafizierung von Geschäfts- und Wertschöpfungsprozessen.

  • Transformation von und neue Perspektiven für die horizontale und vertikale Integration von Innovations-, Beschaffungs-, Produktions- und Distributionsprozessen und -strukturen durch den Einsatz digitaler industrieeller Plattformen.

  • Entstehung neuer Märkte und Wirtschaftsfelder, die mit der Entwicklung, Bereitstellung und dem Betrieb industrieller Plattformen einhergehen (spezialisierte Anbieter, White-Labeling et cetera).

(2) Dynamiken der Wertschöpfung in industriellen Plattformen

Dieser Forschungsschwerpunkt soll Erkenntnisse über Funktionsprinzipien und Merkmale digitaler Plattformen, Steuerungsformen, Akteurskonstellationen, Abstimmungs- und Koordinationsprozesse, Technologien und Rahmenbedingungen von Wertschöpfung in industriellen Plattformen generieren. Mögliche Perspektiven dieses Forschungsschwerpunktes umfassen:

  • Das Spannungsverhältnis zwischen gleichberechtigtem Zugang und hierarchischen Wertschöpfungsstrukturen.

  • Organisationen, (Selbst-) Regulierung, Rahmensetzung und Governance innerhalb einzelner Plattformen; Rolle des Staates.

  • Beiträge zur Systematisierung / Klassifizierung von Plattformen sowie zu den Besonderheiten industrieller Plattformen gegenüber bekannten Organisationsformen, wie Innovations- oder Beschaffungsnetzwerken.

  • Identifizierung von Merkmalen und Faktoren, die den Miss- / Erfolg industrieller Plattformen maßgeblich mitbestimmen.

  • Spezifische Herausforderungen beim Aufbau digitaler Plattformen für die Industrie sowie Ansätze wie Akteure in Unternehmen und Forschung befähigt werden können, diese zu bewältigen.

  • Integration von Plattformen in die organisationalen Strukturen von Industrieunternehmen, Herausforderungen an diese sowie entsprechende Lösungsansätze.

  • Perspektiven industrieller Plattformen im Sinne neuer, erweiterter und digitaler Geschäftsmodelle (vgl. hybride Wertschöpfung wie Produkt-Service-Systeme) sowie Veränderungen von Lieferanten-Kunden-Beziehungen.

  • Analysen der Veränderungen der innerbetrieblichen Organisationen sowie der Beziehungen zwischen Plattformanbietern und -nutzern durch den Einsatz digitaler industrieller Plattformen.

Die genannten Themen können sowohl aus nationaler als auch aus internationaler Perspektive beleuchtet werden. Die Projekte sollen einen deutlichen Fortschritt gegenüber dem Stand der Wissenschaft aufzeigen. und einen signifikanten Beitrag zum jeweils disziplinären Verständnis von Dynamiken in digital vernetzten Wertschöpfungssystemen leisten. Zudem wird die Bereitschaft erwartet, Erkenntnisse in interdisziplinäre Diskurse zum Thema einzubringen, um so zur Entwicklung eines ganzheitlichen Verständnisses des Forschungsbereichs beizutragen.


Antragsberechtigt sind Hochschulen (Universitäten/Fachhochschulen) und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in Deutschland. Organisationen, die wirtschaftlich tätig sind, sind nicht antragsberechtigt. Übt ein und dieselbe Organisation sowohl wirtschaftliche als auch nicht wirtschaftliche Tätigkeiten aus, ist sie antragsberechtigt, wenn die nicht wirtschaftlichen Tätigkeiten und die wirtschaftlichen Tätigkeiten (Kosten, Ausgaben, Finanzierung, Erlöse) von einender getrennt sind. Eine Einrichtung in Deutschland, die der nicht wirtschaftlichen Tätigkeit des Zuwendungsempfängers dient, wird zum Zeitpunkt einer möglichen Auszahlung vorausgesetzt.


Art, Umfang, Höhe der Beihilfe. Die Zuwendung wird im Wege einer Projektförderung als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt. Erwartet werden Ausgaben von 100.000 Euro pro Jahr und Vorhaben. Insgesamt sollen 15 Projekte gefördert werden. Die Förderdauer beträgt in der Regel vier Jahre.


Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme hat das BMBF derzeit den Projektträger Karlsruhe Produktion, Dienstleistung und Arbeit beim KIT beauftragt. Das Antragsverfahren ist einstufig angelegt. Die Antragsfrist endet zum 31. Januar 2024 um 12 Uhr. Bis dahin muss dem Projektträger ein rechtsverbindlicher Förderantrag vorliegen.

 

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung, Richtlinie zur Förderung von Projekten zum Thema Dynamiken digital vernetzter Wertschöpfungssysteme (DynaVer) im Rahmen des Fachprogramms "Zukunft der Wertschöpfung . Forschung zu Produktion, Dienstleistung und Arbeit", vom 13. September 2023.

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