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Die Welt am Scheideweg

  • Autorenbild: Michael Handschuh
    Michael Handschuh
  • vor 3 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Was uns der Global Risk Report 2026 lehrt


Haben wir uns zu sehr an den Krisenmodus gewöhnt? Der frisch veröffentlichte Global Risk Report 2026 des Weltwirtschaftsforums (WEF) zeichnet ein Bild, das aufrüttelt: Wir befinden uns offiziell im "Zeitalter des Wettbewerbs".


Während wir in den letzten Jahren vor allem über die Pandemie und die Energiekrise sprachen, hat sich der Fokus nun verschoben. Die Welt ist nicht mehr nur vernetzt, sie ist zerstritten. Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse, die du für das laufende Jahr und das kommende Jahrzehnt kennen musst.



  1. Wirtschaft als Waffe: Das Comeback der Geopolitik

Überraschenderweise steht dieses Jahr nicht der Klimawandel auf Platz 1 der kurzfristigen Risiken, sondern geoökonomische Konfrontation.


Was bedeutet das konkret? Staaten nutzen Handelsbeziehungen, Zölle und Sanktionen immer häufiger als strategisches Druckmittel. Die Zeit der globalen Zusammenarbeit scheint einer Ära des "Jeder gegen Jeden" zu weichen. Für uns bedeutet das: Lieferketten bleiben instabil und Preise für wichtige Rohstoffe können weiterhin schwanken.


  1. Die unterschätzte Gefahr: Desinformation & Polarisierung

Ein Thema, das uns alle im Alltag betrifft, ist die zunehmende gesellschaftliche Spaltung. Durch den rasanten Fortschritt künstlicher Intelligenz wird es immer schwieriger, zwischen Wahrheit und Fälschung (Deepfakes) zu unterscheiden.


  • Das Risiko: Manipulation von Wahlen und ein schwindendes Vertrauen in Institutionen.

  • Die Folge: Eine Gesellschaft, die sich in Krisenzeiten nicht mehr auf gemeinsame Fakten einigen kann, ist kaum handlungsfähig.


  1. Der "Umwelt Blindflug"

Es ist ein Paradoxon: Fragt man Experten nach den Risiken der nächsten zehn Jahre, belegen Umweltfaktoren wie Extremwetter und der Kollaps von Ökosystemen die ersten Plätze. Fragt man nach den nächsten 2 Jahren, rutschen diese Themen nach hinten.


Wir riskieren derzeit einen gefährlichen Tunnelblick. Weil wir mit akuten Kriegen und wirtschaftlicher Unsicherheit beschäftigt sind, drohen wir die langfristigen Kipppunkte unseres Planeten aus den Augen zu verlieren.


  1. Wirtschaftlicher Realitätscheck

Nach einer Phase der Hoffnung auf Erholung warnt der Bericht vor einem "Economic Reckoning" - einer wirtschaftlichen Abrechnung. Die Kombination aus hohen Schuldenbergen der Staaten und einer hartnäckigen Inflation schränkt den Spielraum für Innovationen und Sozialabgaben massiv ein.


Was bedeutet das für uns?

Der Bericht ist kein Grund zur Resignation, sondern ein Aufruf zur Resilienz.


  1. Kritischer Konsum von Informationen: Hinterfrage Quellen mehr den je

  2. Anpassungsfähigkeit: Sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen müssen lernen, in einer instabilen Welt flexibler zu planen.

  3. Fokus halten. Wir dürfen den Klimaschutz trotz der aktuellen wirtschaftlichen Spannungen nicht als "Luxus Thema" abtun.


Fazit. Das Jahr 2026 wird uns fordern. Die größte Gefahr ist laut WEF nicht das Risiko selbst, sondern unsere Unfähigkeit, trotz unterschiedlicher Interessen zusammenzuarbeiten.

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