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  • AutorenbildMichael Handschuh

Exporteure und Investoren

Garantieinstrumente des Bundes unterstützen Exporteure und Investoren.


Der russische Angriffskrieg hat gezeigt, dass wir unabhängiger von einzelnen Ländern werden müssen. Das gilt für die Belieferung von Vorprodukten, den Absatz von Produkten ebenso, wie für den Bezug von Rohstoffen. Diversifikation und Resilienz sind wichtiger den je. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) passt die Instrumente der Außenwirtschaftsförderung mit Ziel an, Unternehmen zu ermuntern und zu befähigen, die Diversifizierung bei Investitionsentscheidungen voranzutreiben.

2022 sicherte der Bund mit Exportgarantien, Lieferungen und Leistungen in Höhe von 14,9 Mrd. Euro (2021: 20,2 Mrd. Euro) ab. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und seine Folgen haben das Absicherungsgeschäft ebenso beeinflusst, wie die Folgen der Covid 19 Pandemie. Die Folge waren eine weltweit nachlassende Wirtschaftsdynamik.


Bei den Neudeckungen lag die Türkei mit 2,2 Mrd. Euro auf Platz eins. Der Bund deckte zahlreiche türkische Windenergieprojekte. Auf Platz zwei und drei folgten Brasilien (1,4 Mrd. Euro) und China (1,0 Mrd. Euro). In der Ukraine konnten Deckungen in Höhe von 144 Mio. Euro übernommen werden. Insbesondere Geschäfte des landwirtschaftlichen Sektors, wie die Unterstützung der Getreideernte standen im Fokus. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben die Exportgarantien des Bundes in Anspruch genommen. Die Bundesregierung hat sich nun darauf verständigt, im laufenden Jahr eine spezielle Garantie mit vereinfachter bankseitiger Kreditprüfung (Forfaitierungsgarantie) einzuführen. Sie soll KMU die Finanzierung kleinvolumiger Geschäfte (small tickets) erleichtern. So kann die Liquiditätssituation der Unternehmen verbessert werden.


Darüber hinaus hat der Bund im Jahr 2022 Auslandsinvestitionen deutscher Unternehmen mit einem Volumen von 2,3 Mrd. Euro (2021: 2,6 Mrd. Euro) gegen politische Risiken abgesichert. Eine wachsende Zahl von Investor_innen nutzt dieses Förderinstrument zur Erschließung von Auslandsmärkten. So hat im Jahr 2022 etwa die Hälfte der Garantienehmer_innen erstmalig eine Garantie erhalten. Fast jeder zweite Antrag wurde von einem kleinen oder mittleren Unternehmen gestellt, so das BMWK. Russland und Belarus sind seit Februar 2022 von dem Programm ausgeschlossen. Die Bandbreite der Zielmärkte deutscher Investoren hat sich bereits im Jahr 2022 deutlich erhöht (von 11 in 2021 auf 16 in 2022). Mit den Investitionsgarantien soll die Diversifizierung der deutschen Wirtschaft durch verbesserte Garantiekonditionen stärker unterstützt werden. Insbesondere in noch wenig nachgefragten Zielmärkten. Teil der Neujustierung ist eine moderate, aber zielgenaue Verschärfung der Deckungskonditionen, in Staaten, in denen es zu einer übermäßigen Ballung abgesicherter Investitionsprojekte gekommen ist. Das Gesamtdeckungsvolumen pro Unternehmen und Zielstaat wird beschränkt.


Mit Garantien für Ungebundene Finanzkredite (UFK-Garantie) ist im zurückliegenden Jahr ein Förderinstrument in den Mittelpunkt gerückt, das in der Vergangenheit wenig in Anspruch genommen wurde. Garantien für Ungebundene Finanzkredite tragen sowohl zur Rohstoffversorgung Deutschlands als auch zur Energiesicherheit und zur Transformation der Wirtschaft bei. Im vergangenen Jahr betrugen die UFK-Garantien 4,6 Mrd. Euro (2021: Keine Deckung). Ein größeres Projekt war u.a. die Absicherung der Finanzierung einer Batteriezellenfabrik in Ungarn.


Die Jahresberichte 2022 zu den Exportkreditgarantien einschließlich der Ungebundenen Finanzkredite und Investitionsgarantien der Bundesrepublik Deutschland werden im Frühjahr auf der Internetseite des BMWK veröffentlicht. Weitere Informationen zu den jeweiligen Instrumenten Exportkredit- und Investitionsgarantien finden Sie unter www.agaportal.de und www.investitionsgarantien.de.


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