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Meilenstein für Carbon Management

  • Autorenbild: Michael Handschuh
    Michael Handschuh
  • 16. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Der 2. BIK Förderaufruf für Modul 2 ist gestartet


Während viele Branchen ihre Prozesse elektrifizieren können, stehen Sektoren wie die Zement-, Kalk- oder Abfallwirtschaft vor einer physikalischen Herausforderung: Prozessbedingte Emissionen lassen sich nicht allein durch grüne Energie vermeiden. Hier setzt das Modul 2 der "Bundesförderung Industrie und Klimaschutz" (BIK) an. Mit der Bekanntmachung vom 5. Januar 2026 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) den zweiten Förderaufruf gestartet. Ziel ist es, die Infrastruktur für das Carbon Management in Deutschland massiv auszubauen.


Modul 2: Was genau wird gefördert?

Im Gegensatz zu Modul 1 (direkte Dekarbonisierung) konzentriert sich Modul 2 auf das Carbon Management. Es geht um Technologien, die CO2 dort abfangen, wo es entsteht, und es anschließend entweder als Rohstoff nutzen oder sicher speichern.


Die Förderschwerpunkte:

  • Carbon Capture & Storage (CCS): Anlagen zur Abscheidung von Kohlenstoffdioxid, das anschließend dauerhaft in geologischen Formationen gespeichert wird.

  • Carbon Capture & Utilization (CCU): Anlagen zur Abscheidung von CO2, um diese als wertvollen Kohlenstoff Lieferanten in der Chemieindustrie oder für E-Fuels einzusetzen.

  • Infrastrukturanbindung: Gefördert werden auch die notwendigen Anlagenkomponenten, um das abgeschiedene CO2 für den Weitertransport (z.B. via Pipeline oder Schiff) aufzuarbeiten (Verflüssigung, Kompression).

Die wichtigsten Fakten des neuen Aufrufs

Der Aufruf vom 5. Januar 2026 konkretisiert die Bedingungen für die Einreichung von Projekten.


Zielgruppe: Unternehmen, die unvermeidbare prozessbedingte Emissionen haben.

Fördergegenstand: Investitions- und Betriebskosten für CCS- und CCU-Anlagen.

Klima-Impact: Nachweisbare, dauerhafte Reduktion der CO2-Last in der Atmosphäre.

Verfahren: Zweistufiges Verfahren (Skizze - förmlicher Antrag).

Warum ist dieser Aufruf für die Industrie so wichtig?

Lange Zeit galt Carbon Management in Deutschland als politisch schwierig. Mit der BIK-Richtlinie und diesem zweiten Aufruf wird jedoch klar, CCS und CCU sind unverzichtbare Säulen der Klimastrategie 2045.

  1. Wettbewerbsvorteil: Unternehmen, die jetzt in die Abscheide-Infrastruktur investieren, sichern sich ihre "Licence to operate" in einem Markt, der Emissionen zunehmend bestraft.

  2. Technologieführerschaft: Der Aufruf fördert innovative Pilotprojekte, die den Standard für die europäische Carbon-Infrastruktur setzen könnten.

  3. Risikominimierung: Da die Investitionskosten für CCS/CCU enorm hoch sind, bietet die staatliche Förderung die notwendige Sicherheit für Investitionsentscheidungen (FID).

Worauf müssen Antragsteller achten?

Das BMWK legt großen Wert auf die Zusätzlichkeit und die technische Reife. Besonders im Modul 2 wird genau geprüft, ob die Emission tatsächlich als "schwer vermeidbar" eingestuft werden. Eine fundierte Begründung, warum keine alternative Dekarbonisierung (z.B. durch reinen Wasserstoff) möglich ist, ist für den Erfolg der Skizze essenziell.


Wichtiger Hinweis: Projekte in Modul 2 müssen oft komplexe Transportketten berücksichtigen. Die Kooperation mit Infrastrukturbetreibern für das künftige CO2-Netz ist daher ein Pluspunkt bei der Bewertung.

Fazit: Die Weichen werden jetzt gestellt

Der zweite Förderaufruf ist das Startsignal für Unternehmen, ihre Carbon-Management-Strategie aus der Schublade zu holen und in die Realität umzusetzen. Wer bis 2030 betriebsbereite Anlagen vorweisen will, muss die Planungen und Förderanträge forcieren.


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