• Michael Handschuh

MaterialDigital2

Förderung von Projekten zur Digitalisierung der Materialforschung in Deutschland. Gefördert werden risikoreiche Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Themenfeld "Digitalisierung der Materialforschung in Deutschland (MaterialDigital2)."

Digitale Materialforschung im Sinne des Förderaufrufes bedeutet, die Erforschung neuer oder die signifikante Verbesserung bestehender Materialien sowie deren Be- und Verarbeitungsprozesse. Die zu fördernden Projekte der digitalen Materialforschung sollen ihren Erkenntnisgewinn


"durch die Simulation von Materialstruktur und -eigenschaften auf mehreren Skalenbereichen und "Lebensabschnitten" des Materials - sowie durch die Betrachtung simulierter und experimenteller Daten und deren intelligente Verknüpfung erreichen".


Dazu zählt auch die Auswertung generierter und/oder vorhandener Daten. Dabei soll stets über das Material hinaus auch mindestens ein relevanter (Be-/Verarbeitungs-) Prozess sowie im sinnvollen Rahmen die prozessbeteiligten Maschinen und Gerätschaften berücksichtigt werden. Die Beschreibung des Materials auf mehreren Skalenebenen soll das Ziel sein (Digitaler Zwilling), so dass die Eigenschaften und Verhaltensweisen des Materials besser verstanden werden können. Dies soll zu einer Optimierung möglicher Produktionsprozesse führen, die zum Ende des Vorhabens im industriellen Umfeld demonstriert werden sollen. Das Anwendungsgebiet des Materials ist nicht eingeschränkt.


Bei den zu fördernden Projekten soll auf eine industriell relevante Fragestellung eingegangen werden - ebenso soll eine hohe Breitenwirksamkeit erreicht werden. Ziel sollte eine rasche und nachhaltige Verwertung der Ergebnisse sein. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit wird nur in Verbundprojekten mit aktiver Industriebeteiligung gefördert. Die Koordination des Konsortiums soll von dem industrielle Endanwender übernommen werden.


Für die Projekte ist eine maximale Laufzeit von drei Jahren vorgesehen.


Die Vorhaben sollen grundlegende Fragestellungen aus dem Kontext der digitalen Materialforschung betrachten und beantworten, zu denen bisher keine allgemeintauglichen Lösungen erarbeitet wurden. Die Schwerpunkte lauten:


  • Entwicklung einer konkreten Ontologie ("gemeinsame Sprache") für eine Materialklasse. Über den Spezialfall eines Materials hinaus abstrahierend sollen in der Ontologie alle relevanten Eigenschaften und Prozesse in Bezug auf eine Materialklasse (z.B. definierte Polymerklassen, Metalllegierungen, Gläser....) erfasst und abgebildet werden. In einer engen Abstimmung mit der Innovationsplattform MaterialDigital soll darüber hinaus aus den bisherigen Förderaufrufen Software-Tools erstellt werden, um mit der Ontologie arbeiten zu können. Ein Kuratierungskonzept soll erarbeitet und demonstriert werden, um die Ontologie langfristig anpassen zu können. Es wird erwartet, dass die Ontologie im Rahmen des Vorhabens am praktischen Beispiel angewendet werden kann.

  • Etablierung von digitalen Workflows im Sinne des dezentralen Daten- oder Simulationskonzepts. Fragestellungen der Materialforschung sollen durch "simulations-" oder "datenbasierte" Modelle exemplarisch auf Basis der Architektur für verteilten Ressourcenzugriff welche die Innovationsplattform zu Verfügung stellen, abgebildet und an konkreten Beispielen validiert werden. Dafür sollte ein dezentraler Datenserver in Betrieb genommen werden.


Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sowie Hochschulen und außeruniversitäre Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen. Zum Zeitpunkt der Auszahlung einer gewährten Zuwendung bedarf es einer Betriebsstätte bzw. Niederlassung (Unternehmen) in Deutschland.


Die Partner des Verbundprojekts müssen ihre Zusammenarbeit in einer schriftlichen Kooperationsvereinbarung regeln. Darüber hinaus haben die Verbundpartner, auch die Forschungseinrichtungen sicher zustellen, dass keine indirekten (mittelbaren) Beihilfen an Unternehmen fließen (Artikel 2 Nr. 83 AGVO).


Die Zuwendungen werden im Wege der Projektförderung als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt. Ein Rechtsanspruch besteht nicht. Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und für Vorhaben von Forschungseinrichtungen, die in den Bereich der wirtschaftlichen Tätigkeiten fallen sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben, die unter Berücksichtigung der beihilferechtlichen Vorgaben individuell bis zu 100 % gefördert werden können.


Bei nicht wirtschaftlichen Forschungsvorhaben an Hochschulen und Universitätskliniken wird zusätzlich zu den durch das BMBF finanzierte zuwendungsfähigen Ausgaben eine Projektpauschale in Höhe von 20 % gewährt.


Die zuwendungsfähigen Ausgaben/Kosten richten sich nach den "Richtlinien für Zuwendungsanträge auf Ausgabenbasis (AZA)" und/oder den "Richtlinien für Zuwendungsanträge auf Kostenbasis (AZK)" des BMF. Für die Festlegung der jeweiligen zuwendungsfähigen Kosten und die Bemessung der jeweiligen Förderquote sind die Vorgaben der AGVO zu berücksichtigen.


Die durchschnittliche Eigenbeteiligung der Verbundpartner muss mindestens 30 % der Gesamtkosten/-ausgaben eines Verbundprojektes betragen. Gegebenenfalls ist eine Kompensation zwischen den Partnern erforderlich.


Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme hat das BMBF das VDI Technologiezentrum GmbH als Projektträger beauftragt. Das Antragsverfahren ist zweistufig angelegt. In der ersten Verfahrensstufe sind dem Projektträger zunächst pro Verbund eine Projektskizze in schriftlicher und elektronischer Form bis spätestens 1. Juli 2021 (Stichtag) vorzulegen. (Quelle: BAnz AT 23.03.2021 B6, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Richtlinie zur Förderung von Projekten im Rahmen der Initiative zur Digitalisierung der Materialforschung in Deutschland (MaterialDigital2).


Hinweis.

Für das Jahr 2022 ist eine weitere Bekanntmachung zur Förderung von Projekten im Rahmen der Initiative zur Digitalisierung der Materialforschung in Deutschland geplant.